WAZ, 08.09.2010, Karen Grass
Dortmund. Kapitulieren und weinen – das möchten wohl die meisten Dortmunder ob der katastrophalen städtischen Haushaltslage. Die Gruppe Theaterpartisanen will etwas anderes: Zum Wohle der Stadt dieselbe ein wenig aufmischen.
„Eine Umarmung für Dortmund! Die Stadt liebt und braucht Sie!“ Lauthals singend und rufend laufen die acht als Hippies verkleideten Jugendlichen an diesem Mittwochabend durch die Innenstadt. Es ist der erste Streifzug der Gruppe Theaterpartisanen, die aus der Initiative „Stadt ohne Geld“ des Theaters Dortmund hervorgegangen ist. Heute heißt es Love& Peace für Dortmund, die Passanten in der Fußgängerzone bekommen eine Umarmung – ob gewünscht oder nicht – und zahlen dafür 50 Cent.
Zum Reflektieren und Nachdenken anregen
Die Leute schauen den Jugendlichen verdutzt, verärgert, oder aber auch freudestrahlend hinterher. In jedem Fall halten sie Inne und genau darum geht es bei „Stadt ohne Geld“. Das Theater Dortmund geht für die Initiative eine Kooperation mit dem Institut für urbane Krisenintervention und den Künstlergruppen kainkollektiv und sputnic ein. Ab 6. Oktober und bis Februar 2011 werden Inszenierungen, Konzerte, Stadtinterventionen und Streitgespräche entwickelt, die die Veränderungen der Stadt vom Zechen- zum Kreativstandort reflektieren und kritisch zur Diskussion stellen. Im eigens dafür eingerichteten Spielort, dem „Institut“ im Theaterfoyer. Informationen im



