Hingehen und hinsehen! Die soziale Plastik gegen gesellschaftliche Ausgrenzung
Vom 1.-3. Juli 2011 wird der Stadtgarten direkt am Rathaus „Unbehaust“. 100 Zelte, die von 100 Künstlen gestaltet wurden, stehen dann als Zeltstadt auf der Wiese hinter dem Rathaus. Das Schauspiel Dortmund und das Straßenmagazin BODO e.V. stellen sich damit gemeinsam mit den beteiligten Künstlern und den Besuchern die Frage, wie es in unserer Region um die gesellschaftliche Ausgrenzung der „Überflüssigen“ bestellt ist, die nicht nur von materieller Not betroffen, sondern damit auch von kultureller und politischer Teilhabe ausgeschlossen sind. Wie problematisch ist die Lage der Hartz IV-Empfänger, Sozialhilfeempfänger, Obdachlosen und anderen „Ausgeschlossenen“? Werden sie durch staatliche Behörden gedemütigt? Inwiefern könnte ein bedingungsloses Grundeinkommen das System der gesellschaftlichen Ausgrenzung durchbrechen? Die teilnehmenden 100 Künstler laden Sie mit ihren verschiedenen künstlerischen Positionen zur Auseinandersetzung mit den Themen der gesellschaftlichen Ausgrenzung, Freiheit, Gleichheit, und dem Grundeinkommen ein. Im weiteren Sinne geht es um die Themen des Obdachs, der persönlichen Verwurzelung, Heimatlosigkeit, des Drinnen und Draußen, das mobile Wohnen in der Stadt und die Zeltstadt.
Team
Daniel Kasselmann (Konzeption Zeltprojekt und Projektleitung)
Sarah Jasinszczak (Organisationsleitung und Theaterpädagogik)
Bastian Pütter / bodo (Projektleitung und Medienarbeit)
Alexander Kerlin (Stadt ohne Geld)
Tobias Bergmann (Theaterpartisanen)
Künstlergruppe Theaterpartisanen
Das Material
“Bei dem Zelt, das den Künstlern durch den Sponsor Fritz Berger als Arbeitsgrundlage zur Verfügung gestellt wurde, handelt es sich um ein klassisches Trekkingzelt für zwei Personen. Das Tramperzelt ist sehr schnell aufgebaut und kann auch ohne Überzelt verwendet werden. Wie gehen 100 verschiedene Künstler mit ein und demselben Material um? Es gibt die Möglichkeit der Außen- sowie der Innengestaltung, Außenzelt- und Innenzelt, Plastische Entwicklung, Erweiterung, Weglassung und verändernde Bearbeitung des Materials, bis hin zur performativen Benutzung. Insofern bietet ein Zelt als Multiskulptur eine Vielzahl an Möglichkeiten der künstlerischen Bearbeitung. Als kleinstmögliche Konstruktion von Obdach ist es außerdem geeignet für den künstlerischen Diskurs um die thematischen Fragen nach Unbehaustsein, Obdachlosigkeit, dem modernen Nomadentum und der Welt, in der wir leben wollen. Die Zeltfarbe Blau als Assoziation für die nomadische Plastik unter freiem Himmel verstärkt diese Eignung noch.” (Daniel Kasselmann über “Unbehaust”)



